Special: Kompressionstherapie bei Venenleiden

Shownotes

Willkommen zu unserer vierten Folge! Wie versprochen gehen wir heute intensiv auf die Anwendung der Kompressionstherapie bei Venenleiden ein. Im Fokus stehen hier die verschiedenen Strumpfmaterialien. Kompressionsverbände oder medizinische adaptive Kompression (MAK) werden in der Regel nur in der Phase der Entstauung benötigt. Sobald das Bein einen stabilen Umfang bzw. ein stabiles Volumen erreicht hat, sollten medizinische Kompressionsstrümpfe angewendet werden. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie unterscheiden sich in Strickart, Anpressdruck, Strumpflänge und Materialfestigkeit. Es gibt Sonderformen für das offene Bein und arterielle Durchblutungsstörungen und Neuropathien. Für wen wann welcher Strumpf geeignet ist, sollte individuell entschieden werden. Eine apodiktische Verordnung ist nicht sinnvoll. Es gilt ganz pragmatisch: Der Kniestrumpf mit reduziertem Anpressdruck am Bein ist hilfreicher als die Strumpfhose mit hohem Anpressdruck in der Schublade ;-) Last but not least gehen wir noch auf die täglich notwendige Hautpflege als Begleitung der Kompressionstherapie ein.

Freut Euch in der nächsten Folge auf ein Special zur Sklerosierungstherapie (Verödung).

Falls Ihr Fragen habt, die wir in den nächsten Sendungen aufgreifen sollen, schreibt uns diese gerne an frage@venendocs.de.

(00:00) Einführung zur Kompressionstherapie (03:10) Mechanismus der Kompressionstherapie (07:45) Unterschiede zwischen Stützstrümpfen und medizinischen Kompressionsstrümpfen (12:10) Indikationen für Kompressionstherapie (16:05) Kompression in der Schwangerschaft (00:30) Neue Studien zur Kompression bei Wundrose (Erysipel) (06:45) Herstellung und Material von Kompressionsstrümpfen (12:00) Umgang mit Hautproblemen bei Kompression (17:20) Anpassung und Verordnung von Kompressionsstrümpfen (21:15) Einsatz von Kompression bei arterieller Verschlusskrankheit

Kommentare (2)

Venendocs

Herzlichen Dank für das Lob und die wichtige Frage. Tatsächlich sind wir in der aktuellen Episode zwar auf die Unterschiede von Rund- und Flachstrick in der Machart eingegangen, haben aber die Einsatzgebiete nur am Rande erwähnt. Das möchten wir hier somit gerne ergänzen: Wann was - Rund- oder Flachstrick? Ist das Bein optimal entstaut, kann eine Kompressionsstrumpfversorgung angepasst werden. Die Regelversorgung bei Venenleiden und Ödemerkrankungen mit geringem Ausmaß ist die Rundstrickversorgung. Flachstrickmaterial ist (da im Vergleich sehr teuer) besonderen Umständen vorbehalten. Bei der Auswahl spielt jedoch nicht die Diagnose-, sondern die Kriterien-bezogene Auswahl eine Rolle. Welche Kriterien sind dafür besonders relevant? 1. Atypisches Beinmaß mit sogenannten Kalibersprüngen; mehr als 1 cm Umfangsänderung pro 1 cm Längenänderung) 2. Drohende oder vorhandene Einschnürungen aufgrund von Hautfalten und -rinnen, z. B. bei Lymphödem- oder adipösen Patienten. Während sich der Flachstrickstrumpf flächig über die Hautfurchen legt, neigt der Rundstrickstrumpf auf Grund seiner höheren Elastizität eher dazu, bei diesen anatomischen Gegebenheiten einzuschnüren. Neben der Stricktechnik kann über die Materialität die Stiffness, also das Verhältnis von Arbeits- zu Ruhedruck, den erforderliche Massageeffekt bei Ödemen erhöhen. Last but not least sollte nicht vergessen werden, dass es neben den o.g. Fällen auch Sondersituationen gibt, für die besondere Strumpftypen zur Verfügung stehen z.B. für das offene Bein (Ulkuskompressionsstrumpfsysteme, meist zweilagig) und für die Kombination aus venöser Schwäche und arterieller Durchblutungsstörung und/ oder Neuropathie.

Luitgard König

Super beschrieben. Sagt ihr irgendwann noch etwas dazu, wann flachgestrickte Kompressionsversorgung erforderlich ist?

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